Ulrich Tukur, Christian Redl, Olena Kushpler

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VOM ZAUBER EINER VERWEHENDEN SPRACHE

In einer Zeit zunehmender Zerstörung der Sprache und gleichzeitiger visueller Überreizung wollen Ulrich Tukur und Christian Redl nochmal an die Anfänge, an den Ursprung von Theater erinnern: Den Text, die Sprache mit der man eine gute Geschichte erzählt. Beide sind in ihrer Jugend mit den großen Gedichten deutscher Sprache in Berührung gekommen. Tukur durch seinen Vater, der an seinem Bett Goethe und Schiller rezitierte. Christian Redl durch die legendären Abende und Plattenaufnahmen Klaus Kinskis. Neben ihren Lieblingsgedichten haben sich beide für diesen Abend dazu noch eine zu Unrecht fast in Vergessenheit geratene Form ausgesucht: Die Ballade. Den meisten heute nur noch als quälende Erinnerung aus dem Deutschunterricht bekannt. Aber wie der Kriminalroman lebt sie von Spannungs- momenten und Knalleffekten. Und wie in diesem verwandten Genre geht es immer um Mord, Ehebruch, Verführung, Kindsmord und unerwiderter Liebe, wie schon Friedrich Schiller, selbst ein begeisterter Balladenschreiber, bemerkte. Oft sind ganz volkstümliche Geschichten von Mord und Todschlag, Spukerscheinungen der Liebe und Untreue die Quelle. Sie beschreiben immer wieder den Konflikt des Einzelnen mit der Gesellschaft und stellen die ewigen Fragen nach Gerechtigkeit, Schicksal und Schuld. Aber, wenn man genau liest und ein wenig gegen den Strich der gereimten Oberfläche, findet man die Nähe zum Bänkelsang, zu Komik und Kolportage, Sex und Crime. Wie eine alte Boulevard-Zeitung auf literarisch höchstem Niveau. Nur mit ihrer Stimme und ihrer Mimik zaubern Tukur und Redl mit Texten von Goethe über Fontane bis zu Brecht und Enzensberger phantastische Welten auf die Bühne, die, weil es immer um Schicksale von Menschen geht, tief berühren. Die Pianistin Olena Kushpler reagiert am Klavier auf die Texte mit Musikstücken, die oft zeitgleich zu den Gedichten entstanden sind.

Text: Ulrich Waller

GEDICHTE & BALLADEN

Heinrich Heine: Blendender Weg
Friedrich Schiller: Der Handschuh
Conrad Ferdinand Meyer: Fü.e im Feuer
Joseph von Eichendorff: Das zerbrochene Ringlein
Erich Kästner: Sachliche Romanze
Theodor Fontane: Brücke am Tay
Friedrich Schiller: Der Taucher
Ulrich Tukur/ Christian Redl: Warum dieser Abend?
Paul Zech/ François Villon: Ballade von der Mäusefrau
Joachim Ringelnatz: Seemannstreue
Rainer Maria Rilke: Begegnung in der Kastanienallee
Rainer Maria Rilke: Herbsttag
Heinrich Heine: Loreley
Georg Kreisler: Der Triangel
Erich Kästner: Ballade vom Misstrauen
Bertolt Brecht: Ballade von der Marie A.
Gustav Falke: Was war es
Heinrich Heine: Belsazar
Joseph von Eichendorff: Mondnacht
Joseph von Eichendorff: Sehnsucht
Theodor Fontane: Archibald Douglas
Fritz Graßhoff: Eine Ritterballade
Theodor Fontane: Zwei Raben
Christian Morgenstern: Km 2
Bertolt Brecht: Die Ballade von Hannah Cash
Rainer Maria Rilke: Herbst
Theodor Storm: Herbst
Hans Magnus Enzensberger: Das kleine Hotel
Johann Wolfgang von Goethe: Der Erlkönig

MUSIK  

Werke von:
F. List – Ballade Nr.2
E. Satie – Gnossienne Nr.5
A. Pärt – Für Aliana
A. Schönberg – op.19, Nr.6
S. Prokofjew – Sarcasmes, Nr.1
Ch. W. Glück – Arie
J. Strauss – Ouvertüre aus der Operette ,,Fledermaus“
R. Schumann – Mondnacht
A. Skrjabin – Prelude op.2, Nr.2
A. Schönberg – op.19, Nr.2
P. Kreuder – Wenn die Sonne hinter den Dächern versinkt
R. Schumann – Der Dichter spricht 
I. Albeniz – Tango

 

©Fotos: 
Tukur: Katharina John
Redl: Jim Rkete
Kushpler: Felix Broede / Nancy Horwitz
 
Galerie
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Lesung

Vom Zauber einer verwehenden Sprache In einer Zeit zunehmender Zerstörung der Sprache und gleichzeitiger visueller Überreizung wollen Ulrich Tukur und Christian Redl nochmal an die Anfänge, an den Ursprung von Theater erinnern: Den Text, die Sprache mit der man eine gute Geschichte erzählt. Neben ihren Lieblingsgedichten haben sich beide dazu noch eine fast in Vergessenheit geratene Form ausgesucht: Die Ballade. Wie der Kriminalroman lebt sie von Spannungsmomenten und Knalleffekten. Und wie in diesem verwandten Genre geht es immer um Mord, Ehebruch, Verführung, Kindsmord und unerwiderter Liebe. Nur mit ihrer Stimme und ihrer Mimik zaubern Tukur und Redl mit Texten von Goethe über Fontane bis zu Brecht und Enzensberger phantastische Welten auf die Bühne, die, weil es immer um Schicksale von Menschen geht, tief berühren. Die Pianistin Olena Kushpler reagiert am Klavier auf die Texte mit Musikstücken u.a. von List, Satie, Schönberg und Schumann, die oft zeitgleich zu den Gedichten entstanden sind.

Ulrich Tukur & Christian Redl

„Vom Zauber einer verwehenden Sprache – Deutsche Gedichte und Balladen”
Lesung am 26.9.2020 im St. Pauli Theater, Hamburg.

Mehr Informationen und Kartenvorverkauf:
https://www.st-pauli-theater.de/programm/

Termine

Lesung

Vom Zauber einer verwehenden Sprache – Deutsche Gedichte und Balladen

24.1.21 Hamburg, St. Pauli Theater
(16.00 Uhr – ausverkauft)
24.1.21 Hamburg, St. Pauli Theater
(19.30 Uhr – ausverkauft)

(Booking: Rüdiger Ladwig 
Mail: ladwig@trocadero-home.com)