Pascal Finkenauer

Info

Wohnt man an in Hamburg, trifft man den groß gewachsenen, meist schwarz gekleideten Pascal Finkenauer fast nur nachts. Zuweilen umringt von Menschen in Bars oder Clubs, oder ganz allein und gern in den Tanzclubs der Stadt. Er beobachtet, und zieht durch die Szenerien und Straßen, immer von einer Art euphorischer Melancholie umgeben.

Nach längerer musikalischer Pause und einem Bruch im Leben arbeitete er tagsüber zurückgezogen an neuen Texten und Songs, und flanierte und tanzte nächtens durch die Dunkelheit und ins künstliche Licht. Sein neues Album ist eine Reise durch die Zeit zwischen der Blauen Stunde bis zum nächsten Morgen. Wenn die anderen schlafen, eröffnet sich ihm eine Welt der Freiheit, dann fühlt Pascal Finkenauer sich wohl, ist er bereit für Bilder und Begegnungen. Er speichert Eindrücke und Stimmungen, erst später brechen sich diese Erinnerungen Bahn in seinen Songs, die die ganze Palette an Gefühlen umfassen: Wut genauso wie Sehnsucht und Zärtlichkeit, Spaß genauso wie Trauer. “Ich suche den wahren Kick, der nicht künstlich hergestellt werden kann. Wenn zwei Menschen sich treffen, oder wenn man wirklich wütend ist oder wirklich traurig, das interessiert mich”, sagt der Wahlhamburger.

“Die Müdigkeit kommt nicht / ich hab alles versucht / ich war nächtelang auf / ich war tagelang zu / ich hab Stunden gebogen / die Reste verbraucht / die Sonne geht auf” (Müdigkeit)

Zuerst ist da diese Stimme; kräftig, dunkel, ein Sehnen. Die weht von irgendwoher, von ganz weit oben, und geht ganz tief rein. Ein Mann, ein Vibrato. Dann die Texte: Szenen, Bilder, Fetzen, und zwischen den Zeilen gehen Welten auf. Vertonte Gedichte, die wie Filme wirken ohne Worte. Da fühlt sich einer gleichermaßen geborgen und verloren im Unbestimmten, in der Distanz zu den Dingen die ihn umgeben, und beim Versuch anzukommen, etwas zu finden das hält, entsteht ein neues Unbehagen. “Ich war auf der Suche nach Wahrheit, Echtheit und Ganzheit”, sagt Pascal, “aber im Nachtleben findest du das nicht. Das ist eine künstliche Welt mit einer ganz eigenen Schönheit.” In “Verzerrt”, dem ersten Song seines neuen Albums, klingt das so: “Ich bin die ganze Nacht gegangen / unter mir ist Samt / und in den Venen spült es Ratten / an den Strand … Ich seh mich fast gar nicht mehr / und wenn dann nur von Weitem und / verzerrt / sind die Anderen wenn sie schlafen / lebend scheinen sie fast makellos.”

In der Wissenschaft gibt es einen Begriff für den Bruch, der entsteht, wenn künstliche Wesen echten Menschen beinahe gleichen und dadurch, auf unerklärliche Weise, umso fremder wirken. Man nennt das Uncanny Valley – das unheimliche Tal.

“Ich bin viel zu hoch geflogen / also schütt ein lautes Lachen / über mich” (Lautes Lachen)

Pascal Finkenauer hat die Blaupausen seiner zwölf neuen Lieder in zwei Jahren getextet und komponiert, und ist dann mit seiner neuen Band aus Freunden und großartigen Musikern in zwei kurzen Sessions für acht Tage ins Studio gegangen, um das Album direkt und live aufzunehmen, genau so, wie es auch auf der Bühne klingen wird. “Wenn Musiker gemeinsam in einem Raum spielen, kann da eine unglaubliche Dynamik entstehen, das wollten wir”, schwärmt Pascal von den zwei Sessions.

Das Ergebnis erinnert an Joy Division (das Dunkle), The National (das Warme), Killing Joke (der Druck) und Interpol (die Weite), man erahnt aber auch The Cure, Bauhaus, David Bowie, The Jesus & Mary Chain, The Verve und psychedelische Einflüsse. Der Gesamtsound wirkt wie ein lebender, atmender Organismus. Dunkle Elegien sind das, die sich zuweilen in Lärm entladen und den Hörer gefangen nehmen in ihrer fein nuancierten Dramatik, Glam bricht hier und da durch, in den laut werdenden Gitarren und der Bestimmtheit der gesungenen Sätze, aber auch leise und feine akustische Momente. Musik, wie sie es hierzulande noch nicht gegeben hat, für die Hörer dürfte es eine Entdeckung sein.

Und immer wieder dieser treibende, stete, fast stoisch groovende Rhythmus – wie beim Gehen, oder zum Tanzen.

Erste Konzerte mit den neuen Songs spielte er solo im September 2012 zu der bundesweit ausverkauften Tournee als Support zu Kid Kopphausen (Nils Koppruch & Gisbert zu Knyphausen) und auf zig Solo-Shows seitdem. Die Konzertpremieren mit seiner Band finden auf vier Shows als Support zu Paul Banks (Interpol) Ende Januar/Anfang Februar statt.

Als erste Single wird der Song “Den Bach runter” veröffentlicht: “Ich weiß noch nicht / wie es mit mir weiter geht / wie es sich am Abgrund lebt / ich bin am Ende / also tanzt auf der Rest meiner Reste”.

Manch einer mag sich nun fragen, wo dieser Pascal Finkenauer auf einmal herkommt, dabei war er die ganze Zeit da, er hat sich nur gut versteckt oder auch: ‘ne Menge Haken geschlagen. Los ging’s 1997 mit der Punk-Hardcore-Band Exhaust. Im Jahr 2000 sorgte er mit dem elektronischen Performance-Trio Jaw für Aufsehen, 2004 mit dem Trash-Punk-Duo The Black Cherries. Danach war er fünf Jahre lang Gitarrist und Gastsänger bei Fettes Brot und veröffentlichte selbst Alben, auf denen er mit verschiedenen Stilen experimentierte. Vor Kurzem erschien zudem ein Gedichtband mit dem irreführenden Titel “Techno” und eine in Englisch getextete EP, die über das eigene Label digital veröffentlicht wurde.

Rückblickend wirkt all das wie ein Suchen und Sammeln, wie der notwendige Weg, um die eigene, unverwechselbare Sprache in Text und Klang zu finden. Folgerichtig bedeutet das Album einen Neuanfang, und heißt auch simpel “Pascal Finkenauer”, und nicht, wie zuvor geplant, “Uncanny Valley”.

Copyright Fotos: Sven Sindt

 

Galerie
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News

Solo-Suport zu BOY
& weitere neue Termine

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Foto: © Sven Sindt

Am 21.5. spielt Pascal Finkenauer ein Solo-Konzert als Support zu BOY in Saarbrücken, und dann weitere Solo-Shows ab August.
Bei den kommenden Konzerten stellt er bereits einige der neuen Songs vor, die zur Zeit gerade im Studio für eine EP eingespielt werden, u.a. “Pink”, “Swimmingpool”, “Fast aus Glas” und “Reden”.

Pascal Finkenauer

Digital Only-EP “Tourist” und Fettes Brot-Gastauftritte
Es sollte eine Überraschung für die Fans werden, und die wurde es dann auch: Pascal Finkenauer sang zusammen mit seinen langjährigen Kollegen von Fettes Brot den Song “An Tagen wie diesen” bei den Festivals Hurricane und Southside, und weitere spontane Gastauftritte sind nicht ausgeschlossen. Es gibt aber auch Solo-Neuigkeiten von Pascal vor dem nächsten Studioalbum: Auf der soeben veröffentlichten “Tourist” EP gibt es 7 neue Songs mit digitalem Booklet mit Fotos und Texten exklusiv nur in diesem Shop.
Vorhören kann man alle 7 Songs bei Soundcloud.
Video zu “Tourist”:

Video zu “Betäubung”:

Neue Videos zu “Maschine” und “Lautes Lachen”

“Maschine”

“Lautes Lachen”

Nach einem erfolgreichen Auftritt auf der Hauptbühne des Haldern Open Air, wo Pascal Finkenauer vor Ja, Panik und Die Goldenen Zitronen spielte, sind nun die nächsten zwei Videos aus dem aktuellen Album fertig: “Maschine” und “Lautes Lachen”, der zweiten Singleauskopplung.

www.pascalfinkenauer.de

Neue Single “Lautes Lachen”

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Mit “Lautes Lachen” erscheint jetzt die zweite Single aus dem aktuellen Album von Pascal Finkenauer, über den der Tagesspiegel schreibt:

“Mit diesem Mann, mit dieser Stimme kann alles passieren. Ein Ausbruch, ein Schrei, ein Noiseausbruch, eine Ballade, ein Chanson. Pascal Finkenauer kann das alles in einer Stimme zum Ausdruck bringen und entscheidet erst nach dem Ausbruch der Emotion, ob er neben der Stimme noch eine Gitarre, eine Band oder ein Orchester benötigt. Einzigartig ist hier das passende Wort.”

Foto: Sven Sindt

Termine